Global Atomic: Das beste aus zwei Welten

Global Atomic: Das beste aus zwei Welten

Global Atomic ist ein kanadisches Uranbergbau-Unternehmen, welches sich auf die Exploration und Entwicklung von Uranprojekten in Niger spezialisiert hat. Das am weitesten fortgeschrittene Projekt DASA ist für ein afrikanisches Uranprojekt wahrhaftig einzigartig und vereint das beste aus zwei Welten: Ein Urangehalt welcher normalerweise nur in der Athabasca Basin (Kanada) vorkommt, mit den schnellen Genehmigungsprozessen Afrikas.

Dadurch kann man schnell in Produktion gehen und von dem sich anbahnenden Uran-Bullenmarkt überproportional profitieren. Es ist jedoch keineswegs so, dass man auf steigende Uranpreise angewiesen wäre – mit All-In Sustaining Costs (AISC) von 18,40 USD pro Pfund, kann man auch im aktuellen Marktumfeld rentabel wirtschaften (!)

Als wäre dies noch nicht genug, ist man auch noch an einem Joint Venture beteiligt, welches kontinuierlich Cash abwirft. Bevor wir uns mit dem Uranprojekt beschäftigen, werfen wir einen Blick auf das Joint Venture – da dieses von strategischer Bedeutung ist und dem Unternehmen Türen öffnet, welchen anderen Entwicklungsunternehmen verschlossen bleiben.

Joint Venture mit Befesa

Global Atomic ist mit 49% an einer türkischen Stahlstaubrecycling-Anlage beteiligt. Die restlichen 51% sind im Besitz des Joint Venture Partners und operativen Betreiber Befesa. Das Luxemburger Unternehmen Befesa ist Weltmarktführer im Recycling von Elektrostahlstaub.

Was macht eine Stahlstaubrecycling-Anlage?

Eine Stahlstaubrecycling-Anlage recycelt Elektrostahlstaub (EAFD) und gewinnt daraus hochwertiges Zink, welches man am Weltmarkt verkauft. 

Electric arc furnace dust, so die englische Bezeichnung, ist ein Abfallprodukt, welches beim Elektrostahl-Verfahren anfällt. Das Elektrostahl-Verfahren ist hinter dem Hochofenverfahren das am zweithäufigsten genutzte Verfahren um Stahl herzustellen.

Hinweis: Die Türkei hat die achtgrößte Stahlindustrie der Welt, welche aktuell besonders von der schwächelnden Lira profitiert. Umso schwächer die Lira, desto günstiger kann man türkischen Stahl am Weltmarkt anbieten. Die Stahlstaubrecycling-Anlage von Global Atomic profitiert ebenfalls von der schwachen Lira: Die Kosten fallen in der heimischen Währung an, während die Erträge in USD erwirtschaftet werden.

Ein Investment im Stile Warren Buffets

Was auf den ersten Blick wie ein kapitalintensives, zyklisches und margenschwaches Geschäftsmodell aussieht, ist bei genauerer Betrachtung genau das Gegenteil:

Hochrentabel

In der Finanzkrise 2007/2008 erwarb Global Atomic die damals stillstehende Stahlstaubrecycling-Anlage. Anschließend holte man Befesa als JV-Partner und operativen Betreiber mit ins Boot. Seit der Wiederinbetriebnahme im Jahr 2010, konnte die Anlage durchgehend rentabel wirtschaften und Cash-Dividenden von 7-10 Mio. USD pro Jahr (auf die 49% von Global Atomic bezogen) ausschütten.

Neue Anlage

Im Jahr 2019 entschied man sich dazu, die alte Anlage abzureißen und durch eine neue doppelt so große Anlage zu ersetzen. Die Baukosten der neuen Anlage beliefen sich auf insgesamt 27 Mio. USD und wurden größtenteils vom JV-Partner Befesa getragen.

Vor COVID-19 rechnete man mit einer Amortisationszeit von ca. einem Jahr. Jetzt rechnet man mit einer Amortisationszeit von etwas weniger als zwei Jahren. Sollten die Zinkpreise (aktuell 0,80 USD pro Pfund) wieder auf das Vorkrisenniveau (1,20 USD pro Pfund) steigen, dann würde die Amortisationszeit wieder sinken.

Die Amortisationszeit der neuen Anlage beläuft sich auf weniger als zwei Jahre
Amortisationszeit der neuen Anlage (Quelle: Global Atomic Q2 Presentation: https://www.globalatomiccorp.com/wp-content/uploads/2020/04/Global-Atomic-Corporate-Presentation-Q2-2020.pdf)

Hinweis: Global Atomic bekommt erst dann wieder eine jährliche Dividende ausgeschüttet, wenn die Anlage amortisiert ist. Bis dahin bekommt man lediglich die monatlichen Management-Gebühren.

Warum ist das so? In einem Joint Venture werden nicht nur die Gewinne geteilt, sondern auch die Kosten. Durch den Dividendenverzicht zahlt Global Atomic seinen Anteil an den Baukosten. Wenn Global Atomic seinen Beitrag geleistet hat, wird auch wieder eine herkömmliche Dividende ausgeschüttet.

Was ist die JV-Beteiligung von Global Atomic wert?

Die neue Stahlstaubrecycling-Anlage dürfte ein jährliches EBITDA von 10-20 Mio. USD (auf die 49% bezogen) erwirtschaften. Der faire Wert des JV´s liegt somit irgendwo zwischen 80-160 Mio. USD. Wie kommt man auf diese Zahl?

Da der JV-Partner Befesa ebenfalls börsennotiert ist, hat man einen guten Anhaltspunkt dafür, was die 49% wert sein könnten.

Der Markt bewertet Befesa mit seinem 10x EBITDA
Bewertung von Befesa (Quelle: Global Atomic Q1 2020 Presentation: https://www.globalatomiccorp.com/wp-content/uploads/2020/02/GLO_ppt_Q1_2020_final.pdf)

Wie man aus der Grafik entnehmen kann, wird Befesa mit dem 10-fachen EBITDA bewertet. Dies lässt annehmen, dass die 49% Beteiligung von Global Atomic mit einem ähnlichen Multiplikator bewertet werden kann. 10x EBITDA ist für die JV-Beteiligung als Single Asset (keine Diversifikation) möglicherweise etwas zu hoch, ein Bewertungsfaktor von 8x EBITDA erscheint dagegen schon realistisch.

Hinweis: Da das jährliche EBITDA vom Zinkpreis abhängig ist, kann man den fairen Wert nicht punktgenau ermitteln, sondern lediglich eine Bandbreiten. Der Faire Wert dürfte irgendwo zwischen 80 (10 Mio. EBITDA x 8) und 160 USD (20 Mio. EBITDA x 8) liegen.

Fazit: Der faire Wert der JV-Beteiligung dürfte irgendwo zwischen 80 und 160 Mio. USD liegen. Die aktuelle Marktkapitalisierung von Global Atomic beläuft sich dagegen auf lediglich 62 Mio. USD. Für diese 62 Mio. USD bekommt man nicht nur die 49% Beteiligung am JV, sondern auch noch ein vielversprechendes Uranportfolio.

Strategische Bedeutung des Joint Ventures

Dank der JV-Beteiligung und dessen kontinuierlichem Cash-Flow stehen dem Unternehmen mehrere Türen bei der Finanzierung offen:

  • Kreditfinanzierung, wo das die JV Beteiligung als Sicherheit dient
  • Ausgabe einer Anleihe, wo das die JV Beteiligung als Sicherheit dient
  • Verkauf des Joint Ventures

Dadurch ist man seiner Konkurrenz einen Schritt voraus: Konkurrierende Projekte bekommen nämlich nur dann eine Kreditfinanzierung, wenn (a) die Uranpreise deutlich höher steht als heute und (b) langfristige Lieferverträge mit Kunden als Sicherheit vorliegen. Global Atomic benötigt weder höhere Uranpreise noch langfristige Lieferverträge, da man die JV-Beteiligung als Sicherheit einbringen kann.

DASA Uranprojekt

Global Atomic ist im Besitz eines der vielversprechendsten Uranprojekte der Welt. Das DASA Uranprojekt ist nicht nur eines der größten Uranprojekte Afrikas (mehr als 200 Mio. Pfund), sondern auch das mit dem höchsten Urangehalt (0,5%). Damit vereint man das beste aus zwei Welten:

Ein Urangehalt welcher normalerweise nur in der Athabasca Basin (Kanada) vorkommt, mit den schnellen Genehmigungsprozessen Afrikas. Während man in Kanada 10-15 Jahre auf eine Minenlizenz wartet, dauert der gleiche Prozess in Niger nur 4-6 Monate.

Uranbergbau: Niger

Niger ist nicht nur ein bereits etablierter Produzent, sondern auch ein vielversprechendes Land für neue Minen:

  • In Niger wird schon seit den 70er Jahren Uran gefördert – die notwendige Infrastruktur (Straßen, Bergbaurichtlinien, Arbeitskräfte…)  ist somit bereits vorhanden.
  • Im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Ländern, ist der Niger politisch stabil
  • Niger ist größtenteils Wüste – es gibt wenig Menschen, wenig Tiere und wenig Pflanzen.
  • Der Uranbergbau zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen des Landes – Uran hat somit einen ganz anderen Stellenwert als wie in anderen Ländern.

Fazit: Die Regierung ist daran interessiert, dass der Uranbergbau weiter wächst. Es ist somit relativ unwahrscheinlich, dass man aufstrebenden Unternehmen wie Global Atomic Steine in den Weg legt. Stattdessen wird man alles dafür tun, dass neue Minen so schnell wie möglich in Produktion gehen können!

DASA Projekt: Daten und Fakten

Global Atomic wird das DASA Uranprojekt in zwei Phasen entwickeln: In Phase 1 wird das oberflächennahe und besonders uranreiche Erz abgebaut. Wenn das obenflächennahe Erz (siehe Grafik) abgebaut wurde, geht man zu Phase 2 über. In Phase 2 wird das darunterliegende Erz abgebaut.

Global Atomic wird das Dasa Projekt in zwei Phasen entwickeln
Phase 1 und Phase 2 (Quelle: Global Atomic Q2 Presentation)

Global Atomic hat im April 2020 eine neue PEA (Preliminary Economic Assessment) für die Phase 1 veröffentlicht. In der neuen PEA plant man mit einem kostengünstigen Untertagebau:

  • Baukosten von ~20o Mio. USD
  • Durchschnittliche jährliche Fördermenge: 4,4 Mio. Pfund Uran
  • Voraussichtliche Lebensdauer: 12 Jahren
  • AISC von 18,40 pro Pfund
  • Aktueller NPV von 211 Mio. USD
Global Atomic PEA Phase 1
Wirtschaftlichkeit Phase 1 (Quelle: Global Atomic Q2 Presentation)

Baukosten: DASA Projekt

Global Atomic rechnet mit Baukosten von ca. 200 Mio. USD – was im Vergleich zu anderen Projekten dieser Größenordnung verschwindend gering ist. Der Grund dafür, ist der überdurchschnittlich hohe Urangehalt für ein afrikanisches Projekt. Umso höher der Urangehalt, desto weniger Erz muss bewegt werden um die gleiche Menge an Uran zu fördern. Wenn weniger Erz bewegt werden muss, kann man eine kleinere und somit auch günstigere Uran-Mühle errichten.

Hinweis: Die Uran-Mühle ist der größte Kostenfaktor bei einer Uranmine. Bei Global Atomic entfallen rund drei Viertel aller Baukosten auf die eigene Mühle.

Warum 200 Mio. USD finanzierbar sind (!)

Die Finanzierung der Mine sollte für Global Atomic kein großes Problem darstellen, da man weder höhere Uranpreise noch langfristige Lieferverträge benötigt. Dadurch ist man seiner Konkurrenz einen Schritt voraus und kann schneller in Produktion gehen.

Wirtschaftlichkeit: DASA Projekt

Die niedrigen Baukosten und der hohe Urangehalt spiegeln sich auch in der Wirtschaftlichkeit des Projekts wieder. Mit AISC von 18,40 USD pro Pfund kann man so günstig produzieren wie kaum jemand anders. Nur Kazatomprom kann auf diesem Preisniveau konkurrieren (!)

Bei einem aktuellen Uranpreis von ~35 USD pro Pfund beläuft sich der NPV nach Steuern auf 211 Mio. USD. Wenn der Uranpreis weiter steigen sollte und sich langfristig auf der 50-60 Dollar-Marke einpendelt, dann hat man einen NPV von 485-570 Mio. USD.

Wirtschaftlichkeit des Dasa Projekts in Niger
Net Present Value (Quelle: Global Atomic Q2 Presentation)

 

Warum muss der Uranpreis langfristig steigen?

Diese Frage wurde bereits in einem früheren Artikel “Uran-Aktien: Stecker raus oder 100-Bagger?” ausführlich behandelt, klicken Sie hier

Hier noch einmal die Kurzfassung: Die International Energy Agency schätzt die durchschnittlichen Produktionskosten (Total Cost of Production) für einen Pfund Uran auf 50-60 USD. Der Spot Price dümpelt jedoch seit Jahre auf einem deutlich niedrigeren Niveau herum, was auf einen Angebotsüberhang zurückzuführen ist. Über kurz oder lang wird dieser Angebotsüberhang jedoch aufgebraucht und die Preise nähern sich wieder den durchschnittlichen Produktionskosten der Branche an.

Schlussfazit: Global Atomic

Global Atomic hat ein erstklassiges Chancen-/Risiko-Profil: Man hat nicht nur eines der vielversprechendsten Uranprojekte aller Zeiten, sondern auch noch eine hochrentable JV-Beteiligung. Alleine die JV-Beteiligung ist aktuell mehr wert als die gesamte Market Cap des Unternehmens – man bekommt die Uransparte mit dem vielversprechenden DASA-Projekt somit quasi kostenlos obendrauf.

 

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